Advent, Advent, ein Lichtlein brennt...

So schützen Sie Ihr Zuhause effektiv vor Bränden

Zuhause effektiv vor Bränden schützenFoto: MNStudio/Adobe Stock

Trotz gesetzlicher Rauchmelderpflicht sind nur in jedem zweiten Eigenheim in Deutschland ausreichend Rauchwarnmelder installiert. Das ergab eine repräsentative Studie der Innofact AG bei insgesamt 5840 Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern. „Bayern ist zwar ins­ge­samt betrachtet Vorreiter, dennoch haben auch hier nur 57 % der Ei­gen­heim­be­sit­zer ausreichend Rauchmelder installiert“, sagt Norbert Schaaf, Vorsitzender des Forums Brandrauchprävention.

Dass es eine gesetzliche Pflicht zur Installation von Rauchmeldern gibt, ist laut Umfrage den meisten Eigentümern bewusst. Doch wa­rum statten so viele ihre Wohnräume trotzdem nicht richtig aus? Die Regelungen in den Landesbauordnungen sind eindeutig: Egal, ob Neu- oder Bestandsbau – die Rauchmelderpflicht besteht bundesweit – mit Ausnahme von Sachsen“, erläutert Schaaf.


In welchen Räumen muss ein Rauchmelder installiert sein?

Rauchmelder installierenFoto: Rauchmelder retten Leben

Als gesetzliche Mindestanforderung gilt für alle Wohnungen und Wohnhäuser in Bayern seit 2018: Rauchmelder gehören in alle Schlafräume, Kin­der­zim­mer sowie in Flure, über die Rettungswege ins Treppenhaus oder ins Freie führen. In Einfamilienhäusern mit einem offenen Treppenraum gilt dieser auch als Fluchtweg und muss auf jedem Stockwerk mit einem Rauchmelder ausgestattet werden. Empfehlenswert ist es, auch Aufenthaltsräume wie Wohn- und Arbeitszimmer damit auszustatten.


Wie viele Rauchmelder sind nötig?

Ein Rauchmelder reicht für einen 60 m² großen Raum und sollte grund­sätz­lich mittig an der Zimmerdecke installiert werden. Bei grö­ßeren Räumen und baulichen Besonderheiten beachten Sie bitte:

  • Für Räume in L-Form, die größer sind als 60 m², benötigen Sie zwei Rauchmelder – und zwar einen auf jeder Seite.
  • Große Räume, die durch Stellwände, Teilwände oder große Möbel unterbrochen sind, benötigen pro Teilbereich einen Rauchmelder.
  • Offene Verbindungen, die sich über mehrere Etagen erstrecken, benötigen mindestens auf der oberen Ebene einen Rauchmelder.


Wo sind funkvernetzte Rauchmelder sinnvoll?

Schlägt ein Rauchmelder Alarm, schlagen alle Alarm – das ist das einfache Prinzip der Funk­rauchmelder – ein enormer Vorteil, wenn die ausgestatteten Räume weit auseinanderliegen und Gefahr besteht, dass ein einzelner Alarm nicht wahrgenommen wird, wie in Einfamilien­häusern oder mehr­ge­schos­si­gen Wohnungen, wenn z.B. das Kinderzimmer weit weg vom El­ternschlafzimmer oder Wohnzimmer liegt.


Potenzielle BrandquelleFoto: Rauchmelder retten Leben/Jo Neander Ein defektes Stromkabel, z.B. am TV-Gerät, ist eine potenzielle Brand­quelle. Rauchmelder regelmässig überprüfen und aus­tauschen

„Dass Rauchmelder Leben und die Gesundheit der Menschen retten, stellen wir bei unseren Einsätzen nahezu täglich fest. Daher unterstützt die Feuerwehr sehr die Aufklärung über die regelmäßige Überprüfung der lebensrettenden Geräte. Auch um Fehlalarme durch Staub oder falsch interpretierte Bat­te­rie­war­nun­gen der Rauchmelder (und dadurch unnötige Einsätze der Feuerwehr) zu verhindern, sollten Sie die Geräte regel­mä­ßig über­prü­fen und rechtzeitig austauschen“, erklärt Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).


Rauchmelder in vier Schritten prüfen und pflegen

Nur funktionierende Rauchmelder retten Leben. Daher ist es wichtig, die kleinen Lebensretter gemäß der Bedienungsanleitung, aber mindestens einmal jährlich wie folgt zu überprüfen – und nach zehn Jahren aus­zu­tau­schen.

RauchmelderinstallationFoto: Rauchmelder retten Leben/Maurizio Gambarini In Bayern müssen in Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren Rauchmelder installiert sein.

  1. Rauchmelder über Prüftaste testen: Gibt der Melder keinen Ton mehr ab, müssen Sie ihn austauschen (lassen). Bei Rauchmeldern mit herausnehmbaren Batterien sollten Sie besonders darauf achten, die Batterien rechtzeitig zu wechseln.
  2. Rauchmelder auf Verschmutzung überprüfen und vorsichtig säubern (mit einem leicht feuchten Tuch oder Staubwedel, nicht aussaugen).
  3. Umgebung des Melders prüfen: Im Abstand von 50 cm zum Rauch­mel­der dürfen keine Hindernisse im Weg sein, die Rauch vom Melder fernhalten könnten.
  4. Räume nachrüsten: Haben Sie z.B. ein Arbeitszimmer in ein Gäste- oder Kinderzimmer umgewandelt? Oder übernachtet im Wohnzimmer regelmäßig jemand? Dann sollten Sie in diesen Räumen nachträglich noch einen Rauchmelder installieren, weil sie regelmäßig als Schlafraum genutzt werden.
  5. Funktioniert der Rauchmelder trotz neuer Batterie nicht mehr oder ist stark verschmutzt, sollten Sie ihn austauschen. Nach zehn Jahren sollten Sie sowohl Rauchmelder mit einer fest eingebauten Zehn-Jahres-Batterie als auch Rauchmelder mit austauschbarer Batterie auswechseln.


Nur 120 Sekunden zum Überleben

Im Brandfall die Feuerwehr anrufenFoto: Michael Stifter/Adobe Stock Rufen Sie im Brandfall die Feuerwehr unter 112 an.

„Die meisten Menschen wissen nicht, dass sie nur rund 120 Sekunden Zeit haben, um sich in Sicherheit zu bringen, wenn der Rauchmelder alarmiert“, erklärt Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). Schon wenige Atemzüge Brandrauch reichen aus, dass man das Bewusstsein verliert und an einer Rauch­ver­gif­tung stirbt. Damit Sie für den Fall der Fälle gut vorbereitet sind, sollten Sie sich einen Plan ma­chen, was zu tun ist, wenn es brennt:

  • Die Feuerwehr unter der 112 anrufen! Nennen Sie Ihren Namen, was passiert ist, die Ad­resse, ob es Verletzte gibt, und warten Sie auf Rückfragen und Anweisungen.
  • In Sicherheit bringen! Ist der Fluchtweg frei, bringen Sie sich draußen in Sicherheit. Brennt es im Flur oder Treppenhaus, bleiben Sie unbedingt in der Wohnung!
  • An Schlüssel und Handy denken! Legen Sie den Wohnungs- und Haustürschlüssel immer griffbereit an den gleichen Platz.
  • Türen schließen! Wenn Sie die (brennende) Wohnung verlassen, schließen Sie hinter sich die Tür, damit sich Feuer und Rauch nicht weiter ausbreiten!
  • Niemals durch ein verrauchtes Treppenhaus flüchten! Bleiben Sie in der Wohnung, wenn es im Treppenhaus brennt. Schon wenige Atemzüge Brandrauch sind lebensgefährlich!
  • Niemals im Brandfall den Fahrstuhl benutzen! Wenn es im Haus brennt, kann der Fahrstuhl zur tödlichen Falle werden.


Brandschutztipps für die Advents- und Weihnachtszeit

In der Weihnachtszeit ist die Gefahr eines Wohnungsbrandes besonders groß. Nutzen Sie daher nach Möglichkeit lieber LED- statt echter Kerzen für Adventskranz und Weihnachtsbaum. Wenn Sie echte Kerzen verwenden, stellen Sie einen Eimer mit Wasser, einen Feuerlöscher oder ein einfach zu bedienendes Feuerlöschspray in Reichweite zum Weihnachtsbaum auf.

LED für den WeihnachtsbaumFoto: pressmaster/Adobe Stock Nutzen Sie lieber LED- statt echter Kerzen für den Weihnachtsbaum.

Auch Kerzen auf dem Adventskranz sind eine Gefahr, wenn Sie he­run­ter­brennen und die trockene Tanne blitzschnell entzünden. Haben Sie daher eine Wassersprühflasche oder auch ein Feuerlöschspray in der Nähe griffbereit, um bereits den Entstehungsbrand schnellstmöglich zu löschen und ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Generell gilt: Lassen Sie brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt!

Claudia Groetschel
Initiative Rauchmelder retten Leben

 

Weitere Informationen


Online-Broschüren

Die Broschüre „Rauchmelder in Haus & Wohnung“ gibt Tipps zur Gesetzgebung, zur Installation und eine Anleitung zur richtigen Wartung von Rauchmeldern. Kostenloser Download unter https://bit.ly/infos_rauchmelder

In der Broschüre „120 Sek. – Was tun, wenn’s brennt?“ lesen Sie, wie Sie sich im Brandfall richtig verhalten. Kostenloser Download unter https://bit.ly/verhalten_bei_brand


Infoadressen

Forum Brandrauchprävention e.V.
www.rauchmelder-lebensretter.de

Deutscher Feuerwehrverband e.V. (DFV)
www.feuerwehrverband.de

Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb)
www.vfdb.de

 

Woran Sie gute Rauchmelder erkennen

Qualitätszeichen für RauchmelderEin guter Rauchmelder sollte …

zuverlässig Brandrauch erkennen und mit einem unüberhörbaren, lauten Warnton (> 85 Dezibel) alarmieren, einfach montiert und bedient werden können, und die Bedienungsanleitung sollte entsprechend verständlich sein. Der Rauchmelder soll zudem mindestens zehn Jahre halten und eine hohe Sicherheit vor Falschalarmen bieten.

Um unnötige Falschalarme zu vermeiden, sollte die Technik des Rauchmelders auf dem neuesten Stand sein. Achten Sie beim Kauf daher auf das Qualitätszeichen Q. Das Logo finden Sie auf der Verpackung des Gerätes und auf dem Rauchmelder selbst. Mehr Infos zu den Qualitätskriterien finden Sie im Internet unter www.q-certified.eu