Wohnräume einfach und platzsparend aufteilen

Tipps für den Selbst-Einbau von Falttüren

Falttüren bestehen aus mehreren Elementen, die sich beim Öffnen zusammenfalten. Im Gegensatz zu einer „normalen“ Zimmertür schwenken sie nicht aus, weil sie beweglich an einer Schiene oder Halterung angebracht sind. Falttüren eignen sich besonders für kleine, enge Wohnräume, zur Aufteilung von Zimmern oder zur Abgrenzung einzelner Bereiche.


Fotos: Marley Mit Falttüren können Sie zu große Räume unterteilen – ohne aufwendige Baumaßnahmen.

Sinnvoll ist der Einsatz von Falttüren auch in Räumen, in denen aufgrund der Einrichtung und Stellmöglichkeiten von Möbeln eine ausschwenkende Tür von Nachteil wäre. Der günstige Preis und der geringe Aufwand bei der Montage sprechen ebenfalls für eine Falttür.

 

Einfacher Einbau

Früher war der Einbau nur mit Hilfe einer Bodenschiene möglich. Je nach Bodenbelag bedeutete die Montage hohen Aufwand und konnte nur von geübten Heimwerkern durchgeführt werden. Außerdem entstanden Stolperfallen. Heute gibt es verschiedene, einfach zu montierende Falttür-Systeme.

Eine Variante baut auf dem bereits bestehenden Türrahmen auf, da die neue Falttür einfach in die vorhandenen Scharniere eingehängt wird. Im oberen Türrahmen sorgt eine zusätzlich befestigte Schiebevorrichtung dafür, dass die Tür hin- und hergeschoben werden kann.

Aber auch ohne bestehenden Rahmen lassen sich Falttüren sehr gut einsetzen. Dabei wird jeweils das Ende der Falttür an einer Wand angebracht. Eine an der Decke montierte Gleitschiene ermöglicht es, dass sich die Tür öffnen und schließen lässt. Diese Einbau-Variante möchten wir Ihnen auf den Seiten 228 bis 230 vorstellen.

Durch die verschiedenen Ausführungen lassen sich Falttüren nahezu überall einsetzen. Zu den Standardgrößen bietet z.B. die Firma Marley (weitere Informa­tionen siehe im Internet unter www.marley.de) Maßanfertigungen bis zu einer maximalen Breite von 5,20 m und einer Höhe von 2,60 m an.

 

Viele Designs

Was das Design betrifft, bein­hal­tet das breite Sortiment für fast jeden Geschmack die passende Tür. Neben zahlreichen Farbtönen und unterschiedlichen Holznachbildungen sind Falttüren mit Glas­einsätzen oder ohne erhältlich.

Im Trend liegen Falttüren mit Bildmotiven. Diese haben eine neutrale, in weiß gehaltene Seite sowie eine bedruckte Seite, z.B. mit dem Motiv einer Großstadt oder einem Wald. Durch die verschiedenen Designs kann sich eine Falttür harmonisch in das bestehende Raumkonzept einfügen oder einen besonderen Akzent setzen.

 

Falttür einbauen leicht gemacht – in 15 Schritten zum Ziel

1. Türöffnung messen
Zu Beginn messen Sie die Breite und die Höhe der Türöffnung genau aus. Je nach Maß passt eine Standard-Falttür. Bei größeren Öffnungen sind auch Maßanfertigungen möglich. Wir haben uns für eine zweiflügelige Falttür, Modell New Generation, von Marley in dezentem Weiß entschieden.
Diese können Sie in der Höhe kürzen und in der Breite durch Zusatzlamellen bis auf 4 m erweitern.
2. Maße übertragen
In die bei dieser Tür mitgelieferte Montageanleitung tragen Sie die Einbaumaße ein. Das Leitsystem in der Anleitung gibt Ihnen vor, auf welche Maße Sie die Zargen und einzelnen Lamellen kürzen müssen.
3. Schienen anpassen
Zeichnen Sie die errechneten Maße auf dem Schlossprofil, den Halblamellen und den Gelenk- und Anschlagschienen an. Dann kürzen Sie die Schienen mit einer feinzahnigen Handsäge oder einer Stichsäge mit Kunststoffblatt.
4. Glaslamellen kürzen
Alle Glaslamellen sägen Sie ebenfalls auf das benötigte Maß zu. Anschließend entgraten Sie die Schnittkanten mit dem Schleifklotz. Die Abschlussblenden werden mit doppelseitigem Klebeband unten in die gekürzten Glaslamellen eingeklebt.
5. Gleiter montieren
Danach montieren Sie den Anfangsgleiter. Stecken Sie ihn oben auf das Schlossprofil und schrauben Sie ihn mit dem Akkuschrauber fest.
6. Türgriff montieren
Mit Hilfe zweier Rillenstifte befestigen Sie den Türgriff. Streichen Sie die Stifte mit etwas Gleitmittel ein, stecken Sie sie in den Griff und schieben diesen durch die vorgebohrten Schlosslamellen.
Auf der Rückseite setzen Sie nun den zweiten Türgriff auf und drücken beide Teile zusammen. Mittig vom Griff wird das Arretierstück aufgeschraubt. Am Schlossprofil des zweiten Türflügels verwenden Sie das andere Arretierstück als Schablone zum Anzeichnen der Befestigungspunkte für das Anschlagprofil.
7. Schiene mit Profil verbinden
Zeichnen Sie die Abstände der Clipse gleichmäßig an und bohren Sie die Löcher mit einem 25 mm starken Bohrer vor. Dann die weißen Clipse auf das Schlossprofil schrauben. Anschließend drücken Sie die Anschlagschiene auf das vorbereitete Schlossprofil auf.
8. Glaslamellen montieren
Nun folgt das Zusammensetzen der Lamellen. Starten Sie mit dem Schlossprofil, gefolgt von einer Halblamelle, einer Gelenkleiste und einer Glaslamelle. Achten Sie beim Zusammenschieben darauf, dass der Aufdruck auf dem Glas der Lamellen immer auf der gleichen Seite ist und dass die Gelenkleisten im Wechsel (jeweils um 180° gestürzt) eingeschoben werden.
9. Glaslamellen sichern
Befestigen Sie die Gelenkleisten oben und unten mit Schrauben, um ein Herausrutschen zu verhindern. Anschließend montieren Sie auf der Halblamelle neben dem Schlossprofil sowie auf der letzten Halblamelle einen Winkelgleiter. Danach folgt die Stoppermontage. Um die richtige Position zu ermitteln, falten Sie die Tür zusammen und messen die Höhe wie auf der Montageanleitung angegeben. Dieses Maß tragen Sie in die Anleitung ein.
10. Stopper einbauen
In die Gleitschiene wird nun ein Clip auf das ermittelte Maß eingeschoben und vorgebohrt. Dann entfernen Sie den Clip und erweitern das Loch auf 6 mm. Nun können Sie den Stopper samt Feder einbauen.
11. Clipse anschrauben
Für die Montage der Anschlag- und der Deckengleitschienen zeichnen Sie die Abstände der Befestigungsclipse, am besten mit einem Kreuzlinienlaser, an, bohren vor und befestigen die Clipse an Türlaibung und -sturz.
12. Gleitschiene aufstecken
Oben an der Tür bestreichen Sie die Seiten der Gleiter mit einem Gleitmittel. Anschließend schieben Sie die Schiene auf die Gleiter.
13. Türflügel anbringen
Jetzt stecken Sie die Deckengleitschiene mitsamt der aufgefädelten Tür auf die montierten Clipse im Türsturz.
14. Wandmontage
Sobald der Türflügel hängt, drücken Sie die seitliche Anschlagschiene, die bereits mit der Tür verbunden ist, fest auf die Clipse. Verfahren Sie mit dem zweiten Türflügel inklusive Deckengleit- und Anschlagschiene genauso.
15. Blende anbringen
Für die Montage der Blende zeichnen Sie die Löcher für die Befestigungsclipse an, bohren die Löcher vor und schrauben die Clipse danach an. Die Blende wird zuerst auf einer Seite auf den ersten Clip aufgeschoben und dann auf die anderen Clipse gedrückt.

Do it yourself (DIY) Academy,
www.diy-academy.eu


 

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