Gut beraten ist halb saniert

Was Sie über die Energieberatung wissen sollten

Eigenheimbesitzer und Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten, die ihr Haus bzw. ihre Eigentumswohnanlage energetisch sanieren möchten, können in mehrfacher Hinsicht von der Sanierung profitieren: Sie sparen in Zukunft Energiekosten, steigern den Wert ihrer Immobilie und erhöhen den Wohn­kom­fort. Außerdem können sie für die Modernisierungsmaßnahmen von den sehr attraktiven Förderprogrammen profitieren, die es sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- und kommunaler Ebene gibt.


Sanierung - EnergieberatungFoto: hydebrink/Adobe Stock


Fördermittel - Energetische SanierungFoto: Holger Luck/Adobe StockDamit durch die Gebäudesanierung aber auch wirklich die vorgesehene Energieeinsparung erreicht wird, ist es sehr wichtig, das Gebäude als Ganzes zu betrachten und alle Maßnahmen, wie z.B. Dämmung, Fenstertausch und neue Hei­zungs­an­la­ge, aufeinander abzustimmen und in der richtigen Reihenfolge durchzuführen. Dafür sollten Sie sich am besten von Anfang an Rat bei Fachleuten holen.

Aufschluss darüber, ob und, wenn ja, wo Handlungsbedarf besteht, gibt in einem ersten Schritt eine Impulsberatung eines Energieberaters. Die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale (Kontaktadresse siehe Kasten am Ende der Seite) bieten hier seit 40 Jahren eine Energieberatung an, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.

Im Allgäu arbeiten das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!, Adresse siehe Kasten) und die Verbraucherzentrale bei der Energieberatung eng zusammen und bieten einen flächendeckenden Service an. Im Raum Augsburg und in Nordschwaben organisieren teilweise zusätzlich die Landratsämter bzw. die Stadt Augsburg einen Energieberatungsservice.

Bei einem Vor-Ort-Termin in einer Beratungsstelle, telefonisch (nach vor­he­ri­ger Terminvereinbarung) oder auch online (ebenfalls nur mit Termin) werden Fragen nach Themen wie der Erneuerung einer Heizung, dem Tausch der Fenster, der Wärmedämmung an Dach und Fassade und nach den Mög­lich­kei­ten der Nutzung von Solarenergie beantwortet. Auch die aktuellen Förderprogramme sind stets ein wichtiges Thema. Diese „Impulsberatung“ ist kostenlos.


Optimierung der HeizungFoto: Gina Sanders/Adobe Stock Auch für die Optimierung der Heizung, wie z.B. durch einen hydraulischen Abgleich, gibt es Fördermittel vom BAFA.


Darüber hinaus bietet die Verbraucherzentrale sogenannte Energie-Checks an, bei denen der Energieberater auf Wunsch zu Ihnen nach Hause kommt und sich dort ein Bild vom energetischen Zustand Ihres Hauses macht. Zum Angebot zählen der Basis-Check, Gebäude-Check, Heiz-Check, Solarwärme-Check und Detail-Check. Der Eigenanteil liegt bei den meisten Checks bei 30 Euro. Auch die Energieversorger bieten teilweise Energieberatungen in unterschiedlichen Umfängen an.


Nur mit Energie-Effizienzexperten zur KfW-Förderung

Detailliertere Informationen als eine Impulsberatung oder ein Energie-Check liefert die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) geförderte „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, in­di­vi­du­el­ler Sanierungsfahrplan)“. Um die Fördermittel für die Beratung zu be­kom­men, müssen Sie einen Energieberater, der in der Energieeffizienz-Ex­per­ten­liste des Bundes aufgeführt ist, beauftragen (weitere Informationen zur Expertenliste siehe Kasten). Auch die Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten Sie nur nach einer Energieberatung durch einen zertifizierten Energieeffizienz-Experten.

Er ermittelt bei einem Ortstermin den energetischen Zustand des Wohn­ge­bäu­des. Auf dieser Grundlage erstellt er ein passendes Sanierungskonzept. Sie haben dabei die Wahl, ob der Energieberater einen Plan für eine komplette Sanierung in einem Zuge oder für eine Schrittweise Modernisierung Ihrer Immobilie erarbeiten soll.


Modernisierung - EnergieberatungFoto: by-studio/Adobe Stock Vor einer Modernisierung sollten Sie bei Fachleuten Rat über die notwendigen Maßnahmen einholen.


Der Energieberater weist auch darauf hin, welche Fördermittel Sie für die Maßnahmen beantragen können. Die Ergebnisse fasst er in einem schrift­li­chen Energieberatungsbericht zusammen, der in einem Abschlussgespräch erläutert wird.

Bitten Sie den Energieberater in jedem Fall, Ihnen die Maßnahmen zur energetischen Sanierung Ihres Hauses in Form eines individuellen Sa­nie­rungs­fahr­plans (iSFP) darzustellen. Der iSFP ist ein neu entwickeltes Beratungsinstrument und präsentiert Ihnen die empfohlenen Sa­nie­rungs­maß­nah­men übersichtlich und mit besonderer Anschaulichkeit.

Sie bekommen so ein gutes Bild vom energetischen Ausgangszustand Ihres Wohngebäudes und können sich besser vorstellen, wie sich die Ener­gie­effi­zienz des Gebäudes bei Umsetzung der einzelnen Sanierungsvorschläge schrittweise verbessert.


EnergieberatungFoto: Coloures-Pic/Adobe Stock
 


Energieeffizienz-Experten finden

Kompetente Fachleute, die Sie bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen, aber auch bei Neubauten von energieeffizienten Gebäuden beraten können, bietet die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes. Es handelt sich dabei um eine Datenbank, die Bauherren per Post­leit­zah­len­suche schnell und übersichtlich qualifizierte Experten in ihrer Nähe anzeigt. Mehr als 10.000 Fachleute aus ganz Deutschland sind hier derzeit gelistet.

Es werden nur Experten aufgeführt, die ihre Qualifikation in den Bereichen Energieberatung beziehungsweise im energieeffizienten Bauen und Sanieren nachweisen können und sich stets auf dem neuesten Stand halten (die Experten müssen alle drei Jahre nachweisen, dass sie an Fortbildungen teilgenommen haben). Hier finden Sie den Energieberater für die geförderte Vor-Ort-Beratung genauso wie den Planer oder Architekten, der einen späteren Förderantrag bei der KfW unterschreiben darf.


Wie hoch ist die Förderung?

80 % der Kosten für eine Energieberatung für Wohngebäude übernimmt der Bund. Die Höchstförderung beträgt für Ein- und Zweifamilienhäuser 1300 Euro und bei Gebäuden mit mehr als drei Wohneinheiten 1700 Euro. Außerdem gibt es weitere 500 Euro, wenn der Experte den Ener­gie­be­ra­tungs-Be­richt in einer Wohnungseigentümerversammlung (WEG) oder Beiratssitzung einer WEG vorstellt.


Energieberatung - WohnungseigentümergemeinschaftenFoto: SimpLine/Adobe Stock Wohnungseigentümergemeinschaften erhalten 500 Euro zusätzlich, wenn der Energieberater den Sanierungs­fahrplan in einer Ei­gen­tü­mer­ver­samm­lung vorstellt.


Sie brauchen sich nicht selbst um den Antrag für die Fördermittel zu kümmern, das erledigt Ihr Berater für Sie. Er beantragt den Zuschuss, der für ihn bestimmt ist. Seine Rechnung an Sie ermäßigt sich dann um den Zuschuss.

Martin Sambale
Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

 

Weitere Informationen ...

... zur Energieberatung

Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme
Tel. 030/667 77-222 (Mo.–Fr. 9–12 Uhr, Mo. u. Mi. 14–16 Uhr)
www.energie-effizienz-experten.de

Verbraucherzentrale Bayern – Energieberatung
Tel. 0800/809 802 400 (kostenlos; Terminvereinbarung möglich)
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) – Energieberatung
Tel. 0831/960 28 60
www.eza-energieberatung.de

... zu Fördermitteln

... allgemein

Bauzentrum München
Tel. für Terminvereinbarung: 089/546 36 60
muenchen.de/bauzentrum

... des Bundes

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Tel. 06196/908-16 25
www.bafa.de

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Service-Tel. 0800/539 90 02
www.kfw.de

... des Freistaates Bayern

WEG-Modernisierungsprogramm der Bayerischen Landesboden­kreditanstalt(BayernLabo)
Tel. 089/21 71-233 22
www.bayernlabo.de/weg-modernisierungsprogramm/