Klare Kante

rasenkanteFoto: Andrea/Adobe Stock Eine Rasenkante verhindert, dass die Rasengräser ungehindert in die Beete wachsen.

So halten Sie Ihren Rasen im Rahmen

Mähen, Düngen, Wässern und wieder Mähen, der Rasen ist sicherlich die pflegeintensivste Kultur im Garten. Ärgerlich, wenn das Gras dann auch noch in benachbarte Beete hineinwächst und zusätzliche Arbeit verursacht. Die Lösung gegen solch ein ungezügeltes Wachstum: eine saubere Rasenkante. Die erleichtert Ihnen nicht nur die Rasenpflege, sondern strukturiert zusätzlich den Garten optisch.
 

Ganz royal

Die natürlichste, allerdings immer noch recht pflegeintensive Variante ist die sogenannte Englische Rasenkante. Sie zeichnet sich durch einen nahtlosen Übergang zwischen Rasen und Beet aus. Allerdings müssen Sie die Kante während der Wachstumsperiode etwa alle sechs Wochen mit einem scharfen Kantenstecher nachstechen. Entfernen Sie den dabei entstehenden abgetrennten Rasenstreifen anschließend und entsorgen Sie ihn auf dem Kompost.

Da durch diese Arbeitsweise der Höhenunterschied zwischen Rasen und Beet immer größer wird, sollten Sie von Zeit zu Zeit einen Ausgleich mit Mutterboden vornehmen.
 

Stein des Anstoßes

Steinkanten sind bei der Anlage zwar am aufwändigsten, dafür haben Sie danach jahrelang Ihre Ruhe. Geeignet sind z.B. spezielle Rasenkantensteine aus Beton. Sie haben auf einer Seite eine halbrunde Ausbuchtung und auf der anderen Seite das passende Gegenstück, sodass eine scharnierartige Verbindung entsteht. Dadurch können sie so verlegt werden, dass keine größeren Fugen entstehen. Es gibt auch Varianten, die zusätzlich an der Außenseite eine erhöhte Kante bieten. Sie sorgt dafür, dass beim Mähen das Rasenmäherrad anstößt und geführt wird, ohne über die Kante hinaus zu mähen.

Ziegelsteine als RasenkanteFoto: Flora Press/Helga Noack Auch eine Möglichkeit, Beet und Rasen zu trennen: alte Ziegelsteine schräg eingegraben …

Rasenkante aus ZiegelsteinenFoto: Flora Press/Nadja Buchczik … oder einfach übereinandergestapelt. Wenn Sie es statt der zweckmäßigen Einfassung aus Betonstein etwas ästhetischer möchten, können Sie auch Klinker, Granit oder Feldsteine verwenden. Sie müssen allerdings darauf achten, diese Steine mindestens zweireihig mit Versatz zu verlegen. Andernfalls hätte das Gras bei den Fugen leichtes Spiel.

Gerade wenn die Kante gut mit dem Rasenmäher befahrbar ist, braucht sie kaum zusätzliche Pflege. Hin und wieder kann es lediglich nötig sein, mal mit dem Rasentrimmer etwas nachzuarbeiten. Und wenn sich nach ein paar Jahren doch zu viele Halme in den Fugen breitgemacht haben, kratzen Sie die Fugen einfach mit einem Fugenkratzer aus und befüllen sie anschließend mit neuem Sand.

Sauber abgegrenzt

Besonders beliebt sind seit einigen Jahren Rasenkanten aus Metall. Kein Wunder, denn die dünnen Profile aus Edelstahl, verzinktem Stahlblech, Cortenstahl oder Aluminium bilden zwischen Rasen und Beet eine undurchdringliche Grenzlinie und sind je nach Verlegeform kaum zu sehen.

Metallkante als RasenkanteFoto: bellissa HAAS GmbH Eine stabile Kante aus Metall ist der Klassiker unter den Rasenkanten. Im Vergleich zur Steinkante sind hierbei für den Einbau auch keine größeren Erdarbeiten erforderlich. Denn die Metallprofile können in der Regel einfach mit einem Hammer eingeschlagen werden. Sind allerdings Steine oder Wurzeln im Weg, sollten Sie den erforderlichen Erdspalt mit einem Spaten vorarbeiten.

Zur korrekten Positionierung liefern viele Hersteller spezielle Fixierstäbe mit, einfacher ist es jedoch, wenn Ihnen eine zweite Person hilft. Ganz wichtig: Verwenden Sie zum Einschlagen einen Kunststoffhammer oder benutzen Sie ein Stück Holz als Unterlage. Würden Sie direkt mit einem Stahlhammer auf die dünne Oberkante schlagen, wäre diese sofort verbogen.

Sollten Sie sich für eine Rasenkante aus Metall entscheiden, informieren Sie sich vor dem Kauf, welches Modell und Material für Ihren Einsatzzweck am besten geeignet ist, angefangen bei der Materialstärke, denn je dünner das Material, desto biegsamer. Das ist besonders entscheidend, wenn Sie eine geschwungene Kante gestalten möchten. Und auch die Höhe ist wichtig, je nachdem, ob Sie einfach nur eine unauffällige Abgrenzung möchten oder gestalterisch die Rasenfläche oder das Beet „anheben“ möchten. In diesem Fall sollte die Kante mindestens 20 cm hoch sein, damit sie für genügend Stabilität tief genug eingesenkt werden kann.

Den größten Einfluss auf Haltbarkeit und Preis hat allerdings das Material. So sind Rasenkanten aus Aluminium ab ca. 5 Euro pro Meter vergleichsweise günstig, während Kanten aus Edelstahl erst bei 30 Euro beginnen.

Verzinktes Stahlblech ist grundsätzlich durch die Zinkschicht gut vor Korrosion geschützt und dadurch lange haltbar. Durch starke mechanische Einflüsse z.B. durch Rasenmäher oder Spaten kann es jedoch zu einer Beschädigung dieser Schutzschicht und infolgedessen zu Rostbildung kommen.

Aluminium ist besonders leicht und dadurch gut zu verarbeiten. Durch eine dünne Oxidschicht ist reines Aluminium sehr korrosionsbeständig und langlebig.

Cortenstahl ist ein legierter Stahl, der durch Zugabe von Kupfer, Chrom und Nickel besonders korrosionsbeständige Eigenschaften erhält. Durch die Legierung entwickelt sich eine dichte Sperrschicht, die die besondere Optik verleiht und gleichzeitig vor weiterer Korrosion schützt. Aufgrund der Materialfestigkeit lässt sich die Rasenkante etwas schwieriger verarbeiten bzw. in Form bringen.

Edelstahl ist zwar am teuersten, macht sich jedoch durch seine lange Lebensdauer bezahlt. Auch er ist etwas schwieriger zu verarbeiten bzw. in Form zu bringen.
 

Natürlich schön

Weidenzäune als RasenkanteFoto: Flora Press/Helga Noack Zwar keine klassische Rasenkante, dafür aber besonders natürlich sind niedrige Weidenzäune. Wenn Sie es doch lieber natürlicher mögen, können Sie zur Abgrenzung auch eine Kante aus Holz setzen. Denn Holz fügt sich eigentlich in jeden Garten optisch gut ein. Entscheiden Sie sich dafür, bedenken Sie jedoch, dass die Haltbarkeit des Naturmaterials Holz natürlich kürzer ist als die von Stein oder Metall. Neben einfachen Holzbalken stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung.

Weidenzaun: Hierbei handelt es sich um geflochtene Elemente aus Weide, die einfach in den Boden gesteckt werden müssen. Die Größe beträgt meist 120 x 20 cm. Er sieht zwar besonders natürlich aus, dass Gras kann jedoch leicht hindurchwachsen.

Palisaden oder Holzstämme: Runde, angespitzte Holzpfähle in unterschiedlichen Längen und Durchmessern. Sie können dicht an dicht in den Boden geschlagen werden und bilden so eine fast undurchdringbare Barriere für die Rasengräser. Auf umweltfreundliche Imprägnierung achten oder Harthölzer wie Eiche oder Robinie verwenden.

Holzstämme als RasenkanteFoto: visualpower/Adobe Stock Palisaden bzw. Holzstämme stellen die natürliche Alternative zu Metall- oder Steinkanten dar.

Steckzaun: Gleiche optische Anmutung wie Palisaden, allerdings nur von einer Seite. Denn die Rundhölzer sind halbiert und zu 100 cm langen Elementen fest miteinander verbunden. An beiden Enden befinden sich verlängerte und angespitzte Hölzer, mit denen das Zaunelement in den Boden geschlagen wird.

Rollborder als RasenkanteFoto: shank_ali/iStock Sogenannte Rollborder aus halbierten Rundhölzern sind schnell gesetzt.

Rollborder: Gleicht äußerlich dem Steckzaun, jedoch sind die halbierten Rundhölzer hier mit einem Draht verbunden, wodurch sich auch geschwungene Kanten realisieren lassen. In unterschiedlichen Längen zwischen 100 und 300 cm erhältlich.

Gerrit Viets
Verlag W. Wächter


 

Schritt für Schritt: Rasenkante anlegen

Wenn Sie Ihren Rasen mit einer gepflasterten Rasenkante einfassen möchten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Markieren Sie zunächst den gewünschten Verlauf mit einer Richtschnur, für geschwungene Formen eignet sich gut ein Gartenschlauch.
  • Stechen Sie nun den Verlauf einmal grob mit einem Spaten vor.
  • Heben Sie anschließend einen spatentiefen Graben aus. Die Breite richtet sich nach der gewünschten Rasenkante.
  • Füllen Sie jetzt den Graben mit Füllsand auf und verdichten Sie diesen gründlich mit einem Erdstampfer. Die Stärke der Sandschicht richtet sich nach der Stärke des Pflasterbelags. Die Steine sollten am Ende ca. 1 bis 2 cm über Rasenniveau liegen.
  • Verlegen Sie nun die Steine und füllen Sie anschließend die Fugen mit Sand auf.
  • Zum Abschluss müssen Sie nur noch die jetzt außerhalb der Rasenkante liegenden Rasenreste entfernen.
     

 

Bitte kein Kunststoff

Auch wenn sie durch einen günstigen Preis verlockend sind: Lassen Sie besser die Finger von Kunststoffkanten. Denn früher oder später wir Kunststoff brüchig, und bei jeder Berührung (Rasenmäher) werden winzige Partikel abgerieben und gelangen in den Boden.